KatenJazz special mit Vertiko

verlegt auf den 20.1.18 !!!


Sa. 20 Januar 2018
um 20 00 Uhr

Die Hamburger Band Vertiko spielt topaktuelle Kompositionen im Rhythmus vergangener Jahrhunderte mit Spielwitz, Virtuosität und vor allem Swing!
Dabei schafft die Hamburger Jazzsängerin Nina Majer mit den Musikern Frederik Feindt (Piano) und Ralf Böcker (Saxophon und Akkordeon) einen ungewöhnlich dichten Sound, der die Zuhörer in die verruchten Salons der 30er Jahre mitnimmt. Jazz, Tangos, Chansons, Walzer – eine sensationelle Melange aus Musik und Texten.

Vertiko spielt Songs auf Deutsch: eigene Vertonungen von Erich Kästner-Gedichten – immer mit einer Prise Sexappeal!
Karten -> im Vorverkauf 15 Euro inkl. Platzreservierung

Jedermann kennt Kästner Gedichte, vielleicht auch ohne es zu wissen. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ – dies hat Vertiko wörtlich genommen und den Reimen Kästners musikalisches Leben eingehaucht. Ob als Swing, Tango, Bossa Nova oder Jive, die eindrucksvollen und treffenden Vertonungen von Damian Maria Rabe geben den Gedichten ein ganz eigenes Leben.

Von der „Sachlichen Romanze“ bis zum „Ballgeflüster“, Kästner schaut direkt ins Herz und in die Seele und gibt besonders den menschlichen Schwächen ein Gesicht. Er spricht offen aus, worauf es ankommt: auf den Beginn der Liebe, die Sehnsucht, auf das Ende der Liebe und auf alles, was dazwischen liegt: Alltag, Mode, Skurrilität oder Trunksucht. Es scheint, als haben seine melodischen Verse nur darauf gewartet, endlich vertont zu werden, sie sind nach wie vor aktuell.
Kästnervagant

Erich Kästner ist vor allem als Kinderbuchautor bekannt. Er war jedoch immer ein politischer Mensch, ein Pazifist, objektiver Beobachter und Kritiker seiner Zeit. Angefangen hat Kästners literarische Karriere jedoch als Lyriker. So erschienen seine ersten Gedichte bereits 1919. Auch die erste Buchveröffentlichung 1928 war eine Gedichtsammlung: Herz auf Taille. Mit seiner „Gebrauchslyrik“ avancierte Kästner zur wichtigsten Stimme der Neuen Sachlichkeit.

Kästner wird 1899 in Dresden als Sohn der Friseurin Ida Kästner und des Sattlermeisters Emil Richard Kästner geboren. 1917 nimmt er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und kehrt mit schwerem Herzleiden zurück. Studienbeginn in Leipzig 1919- später Wechsel nach Rostock und Berlin – mit den Fächern Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte.

Ab 1922 Anstellungen bei verschiedenen Zeitungen, 1927 bis 1933 freier Schriftsteller. Verbot und Verbrennung der Werke Kästners durch die Nationalsozialisten, 1933-1945 unfreier Schriftsteller. Kästner wird wiederholt verhaftet. Von 1965 bis zu seinem Tod 1974 ist er literarisch kaum noch aktiv.

Kästners Hauptwerk als Lyriker sind die Gedichte aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis 1933. Der Krieg, revolutionäre Nachkriegswirren und die Hyperinflation sind zu viel Weltgeschichte für diesen empfindsamen jungen Mann. Kästner entwickelt daraus einen strikten Anti-Militarismus, aber auch Lebensüberdruss und ein Verzweifeln an der ewig gleichen Dummheit der Menschen. Es täuscht, wenn man ihn nur als einen Dichter der harmlos-heiteren Sorte sieht. Seine Gedichtbände enthalten einiges an bitter-bösem Lesestoff. In seiner Lyrik herrscht mitfühlende Gefühlslosigkeit.
Kästner im Schritt und salopp

VERTIKO schafft mit diesem Programm einen ungewöhnlich dichten Sound, der die Zuhörer in die verruchten Salons der 20er und 30er Jahre mitnimmt – eine sensationelle Melange aus Musik und Texten. VERTIKO – das sind: die Hamburger Sängerin Nina Majer, die es versteht, mit ihrer einzigartigen Kontra-Altstimme den verschiedenen Figuren der Gedichte Kästners eine individuelle Note zu geben, der Pianist, Komponist und Produzent Frederik Feindt, der auf zahlreichen CDs von Electronic bis Jazz seine Spuren hinterlassen hat und Ralf Böcker, der als Saxophonist, Komponist, Radio-Macher und Musikagent schon seit Jahren eine feste Größe in der Hamburger Jazzszene ist.
VERTIKO ist Martini für die Ohren! Vertiko ist einzigartig unartig!

„Sieben Rehe starben auf der Stelle.
Diese armen Tiere traf der Schlag.
Möglich, daß es an der Jazzkapelle –
denn auch die war mitgefahren – lag.“